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Zwischenzeugnis anfordern: Wann, wie und warum es sich lohnt

Ein Zwischenzeugnis sichert dir eine gute Bewertung, solange das Verhältnis intakt ist. Hier liest du, bei welchen Anlässen du Anspruch hast, wie du es anforderst – mit E-Mail-Muster.

Illustration: recht

Ein Zwischenzeugnis ist eines der am meisten unterschätzten Dokumente im Berufsleben. Die meisten denken erst am letzten Arbeitstag ans Zeugnis – und stellen dann fest, dass der wohlwollende Chef längst weg ist oder die Stimmung gekippt ist. Genau das verhindert ein Zwischenzeugnis. Es hält deine Leistung fest, solange das Verhältnis noch intakt ist, und bindet den Arbeitgeber für später. In diesem Artikel liest du, bei welchen Anlässen du ein Zwischenzeugnis anfordern kannst, warum es sich lohnt und wie du dabei richtig vorgehst – inklusive fertigem E-Mail-Muster.

Was ist ein Zwischenzeugnis?

Ein Zwischenzeugnis ist eine Leistungs- und Verhaltensbeurteilung, die dein Arbeitgeber ausstellt, während dein Arbeitsverhältnis noch läuft. Anders als das Endzeugnis steht es im Präsens, denn du bist ja weiter beschäftigt. Inhaltlich entspricht ein qualifiziertes Zwischenzeugnis dem qualifizierten Endzeugnis: Es bewertet, wie gut und wie zuverlässig du arbeitest.

Der entscheidende Unterschied zum Endzeugnis liegt im Zeitpunkt. Das Endzeugnis bekommst du, wenn alles vorbei ist – oft nach einer Kündigung, manchmal im Streit, nicht selten von einem neuen Vorgesetzten, der dich kaum kennt. Das Zwischenzeugnis dagegen entsteht mitten im laufenden Arbeitsverhältnis, geschrieben von jemandem, der deine Arbeit noch frisch vor Augen hat. Genau deshalb ist es oft das ehrlichere und bessere Dokument.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einfachem und qualifiziertem Zwischenzeugnis. Das einfache nennt nur Art und Dauer deiner Tätigkeit und ist für Bewerbungen praktisch wertlos. Das qualifizierte Zwischenzeugnis bewertet zusätzlich Leistung und Verhalten. Für jede Bewerbung brauchst du diese qualifizierte Variante – und du musst sie ausdrücklich verlangen, sonst darf dir der Arbeitgeber die Minimalversion geben.

Habe ich Anspruch auf ein Zwischenzeugnis?

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Habe ich Anspruch auf ein Zwischenzeugnis

Einen gesetzlich ausdrücklich geregelten Anspruch auf ein Zwischenzeugnis gibt es nicht. § 109 GewO regelt nur das Zeugnis bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses. In Rechtsprechung und Praxis ist aber seit Langem anerkannt, dass du bei einem triftigen Anlass aus deinem berechtigten Interesse einen Anspruch ableiten kannst – abgeleitet aus § 109 GewO analog und der arbeitsrechtlichen Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.

Die Kurzfassung lautet also: kein fester Anspruch für jeden beliebigen Wunsch, aber ein durchsetzbarer Anspruch, sobald ein anerkannter Anlass vorliegt. Und solche Anlässe treten häufiger auf, als du denkst. In vielen Fällen musst du den Grund nicht einmal ausführlich begründen – ein sachlicher Anlass reicht.

Manche Arbeitsverträge oder Tarifverträge regeln das Zwischenzeugnis ausdrücklich und geben dir dann einen direkten vertraglichen Anspruch. Schau deshalb kurz in deinen Vertrag oder frag beim Betriebsrat nach. Steht dort eine Klausel, ist die Sache klar und du musst gar nicht erst über triftige Anlässe diskutieren.

Bei welchen Anlässen lohnt sich ein Zwischenzeugnis?

Ein Zwischenzeugnis lohnt sich immer dann, wenn sich an deiner Arbeitssituation etwas Wesentliches ändert oder du dich neu orientierst. In diesen Momenten hast du in der Regel ein berechtigtes Interesse, das den Anspruch begründet. Hier sind die anerkannten Anlässe im Überblick.

  • Wechsel des Vorgesetzten: Dein bisheriger Chef geht, ein neuer kommt. Lass dir jetzt bescheinigen, was der scheidende Vorgesetzte über deine Arbeit weiß – der neue kennt dich noch nicht.
  • Umstrukturierung, Fusion oder Betriebsübergang: Ändert sich das Unternehmen grundlegend, sicherst du dir mit einem Zwischenzeugnis den Stand vor der Veränderung.
  • Interner Abteilungs- oder Aufgabenwechsel: Vor einer neuen Rolle hältst du fest, wie du die alte gemeistert hast.
  • Beginn der Elternzeit: Vor einer längeren Auszeit ist das Zwischenzeugnis ein anerkannter Klassiker – es bewertet dich auf dem Stand direkt vor der Pause.
  • Drohende betriebsbedingte Kündigung: Zeichnet sich ein Stellenabbau ab, verschaffst du dir früh ein wohlwollendes Dokument, bevor die Stimmung kippt.
  • Deine eigene Bewerbung: Wenn du dich aus einem ungekündigten Job heraus bewirbst, ist das ein triftiger Anlass. Für Personaler ist ein Zwischenzeugnis in diesem Fall völlig normal – niemand wundert sich darüber.

Ein häufiger Sonderfall: Du willst dich diskret umsehen und fürchtest, die Anforderung könnte dich verraten. Das musst du kaum. Du bist nicht verpflichtet, deinen wahren Beweggrund zu nennen, und kannst einen der neutralen Anlässe angeben, der ohnehin gerade zutrifft. Ein Vorgesetztenwechsel oder eine allgemeine Standortbestimmung sind unverdächtige Gründe.

Warum sich ein Zwischenzeugnis lohnt – auch ohne Jobwechsel

Illustration: lebenslauf
Sich ein Zwischenzeugnis lohnt – auch ohne Jobwechsel

Der größte Vorteil eines Zwischenzeugnisses ist seine Bindungswirkung. Von der Bewertung, die dein Arbeitgeber dir jetzt gibt, darf er im späteren Endzeugnis nur abweichen, wenn sich deine Leistung nachweislich wesentlich verschlechtert hat. Du frierst also eine gute Note ein, solange das Verhältnis stimmt – ein echter Schutz für den Fall, dass es später zur Trennung im Streit kommt.

Gerade bei einer möglichen betriebsbedingten Kündigung ist diese Bindungswirkung Gold wert. Zeichnet sich in deinem Unternehmen ein Stellenabbau ab, sicherst du dir mit einem Zwischenzeugnis eine faire Bewertung, bevor die Stimmung kippt und bevor überlastete Vorgesetzte das Endzeugnis unter Zeitdruck herunterschreiben. Kommt es später wirklich zur Trennung, hast du bereits ein wohlwollendes Dokument in der Hand, an dem sich das Endzeugnis messen lassen muss. Du gehst also nicht mit leeren Händen und einem im Streit verfassten Zeugnis, sondern mit einer abgesicherten Grundlage in die nächste Bewerbungsphase.

Dazu kommt der praktische Nutzen: Ein aktuelles Zwischenzeugnis macht dich jederzeit bewerbungsfähig. Wenn morgen die perfekte Stelle ausgeschrieben wird, musst du nicht erst wochenlang auf ein Dokument warten, das ein genervter Vorgesetzter zwischen Tür und Angel schreibt. Du hast es griffbereit.

Und es gibt einen unterschätzten Nebeneffekt: Ein Zwischenzeugnis ist eine ehrliche Standortbestimmung. Wenn du liest, wie dein Arbeitgeber deine Leistung in Worte fasst, erfährst du oft mehr über deine Außenwirkung als in jedem Jahresgespräch. Fällt die Bewertung schwächer aus als erwartet, hast du früh die Chance, gegenzusteuern – und die Note bis zum Endzeugnis zu verbessern.

Wie fordere ich ein Zwischenzeugnis vom Arbeitgeber an?

Schriftlich, freundlich und mit dem Wort qualifiziert. Eine kurze E-Mail an die Personalabteilung oder deine Führungskraft genügt. Wichtig sind drei Dinge: Du nennst einen Anlass, du verlangst ausdrücklich ein qualifiziertes Zwischenzeugnis, und du setzt eine faire Frist. Der schriftliche Weg hat den Vorteil, dass du die Anforderung im Zweifel nachweisen kannst.

Beim Ton gilt dieselbe Regel wie beim Endzeugnis: Bleib höflich. Dieselbe Person, die du gerade um das Zeugnis bittest, entscheidet gleich über deine Note. Ein sachlicher, freundlicher Anfragestil landet indirekt mit im Ergebnis. Verzichte auf jede Drohung mit Anwalt oder Gericht – das hebst du dir für den unwahrscheinlichen Fall auf, dass gar nichts passiert.

Ein Tipp aus der Praxis: Biete an, eine Stichpunktliste deiner Aufgaben, Projekte und Erfolge zuzuliefern. Viele Vorgesetzte sind dankbar dafür, weil Zeugnisschreiben lästig ist. Du beschleunigst damit den Prozess und beeinflusst nebenbei, was drinsteht. Manche Arbeitgeber lassen dich sogar einen kompletten Entwurf schreiben – eine Chance, die du nutzen solltest, wenn sie sich bietet.

Zwischenzeugnis anfordern: Muster für deine E-Mail

Diesen Text kannst du direkt übernehmen und anpassen:

Betreff: Bitte um ein qualifiziertes Zwischenzeugnis

Sehr geehrte Frau [Name], anlässlich des bevorstehenden Wechsels meiner Führungskraft / der anstehenden Umstrukturierung / meiner beruflichen Standortbestimmung bitte ich Sie um die Ausstellung eines qualifizierten Zwischenzeugnisses, das neben Art und Dauer meiner Tätigkeit auch meine Leistung und mein Verhalten bewertet. Über eine Ausstellung bis zum [Datum, z. B. in drei Wochen] würde ich mich freuen. Gern stelle ich Ihnen eine Übersicht meiner Aufgaben und Projekte zur Verfügung, falls das die Erstellung erleichtert. Vielen Dank und freundliche Grüße, [Dein Name]

Das Muster macht drei Dinge richtig: Es nennt einen konkreten Anlass, es verlangt ausdrücklich die qualifizierte Variante, und es setzt eine faire, klar benannte Frist. Zusätzlich bietet es Mithilfe an – das erhöht die Chance auf ein schnelles und gutes Ergebnis spürbar.

Wann ist der beste Zeitpunkt, ein Zwischenzeugnis anzufordern?

Illustration: ki-anschreiben
Ist der beste Zeitpunkt, ein Zwischenzeugnis anzufordern

Der beste Zeitpunkt ist der Moment, in dem der Anlass entsteht und dein bisheriger Vorgesetzter noch da ist. Ein Zwischenzeugnis lebt davon, dass die Person, die es schreibt, deine Arbeit noch frisch vor Augen hat. Wartest du, bis der alte Chef weg ist, schreibt ein Nachfolger dein Zeugnis, der dich kaum kennt – und das Ergebnis wird blass und allgemein.

Konkret heißt das: Sobald du hörst, dass dein Vorgesetzter wechselt, das Unternehmen umstrukturiert oder deine Abteilung zusammengelegt wird, forderst du dein Zwischenzeugnis an. Nicht in ein paar Wochen, sondern jetzt. Dasselbe gilt vor der Elternzeit: Fordere das Zeugnis an, solange du noch mitten in der Arbeit steckst, nicht erst am letzten Tag vor der Pause. Und wenn du dich diskret umsehen willst, ist der ruhige Moment vor der ersten Bewerbung der richtige – dann liegt das Dokument bereit, wenn die passende Stelle auftaucht.

Ein häufiger Fehler ist, das Zwischenzeugnis zu spät zu erbitten und dann Zeitdruck zu haben. Ein gutes Zeugnis braucht ein, zwei Wochen Vorlauf, manchmal mehr. Plane diese Zeit ein, damit du nicht am Ende zwischen einer schnellen, oberflächlichen und einer guten, aber langsamen Version wählen musst. Wer früh anfragt, bekommt beides: Qualität und Tempo.

Wie prüfst du dein Zwischenzeugnis auf versteckte Kritik?

Lies dein Zwischenzeugnis genauso kritisch wie ein Endzeugnis, denn es folgt derselben Geheimsprache. Der wichtigste Prüfstein ist die Zufriedenheitsformel: stets zur vollsten Zufriedenheit ist Note 1, stets zur vollen Zufriedenheit Note 2, zur vollen Zufriedenheit Note 3. Fehlen die kleinen Verstärker stets und vollst, rutscht deine Note nach unten – bei fast gleichem Wortlaut.

Achte außerdem auf verdeckte Codes, die freundlich klingen und Kritik meinen. Formulierungen wie er war stets bemüht oder sie zeigte Verständnis für die Arbeit sind im Zeugnis Abwertungen. Auch die Reihenfolge beim Verhalten verrät etwas: Werden Vorgesetzte, Kollegen und Kunden in dieser Reihenfolge und alle mit stets vorbildlich genannt, ist alles gut. Fehlt einer oder steht er auffällig am Ende, ist das ein Signal.

Findest du eine Formulierung, die nicht zu deiner tatsächlichen Leistung passt, sprich sie freundlich an und schlage eine konkrete Alternative vor. Beim Zwischenzeugnis hast du dabei einen Vorteil: Das Verhältnis ist noch intakt, ihr arbeitet weiter zusammen, und der Arbeitgeber hat wenig Grund, um einzelne Wörter zu streiten. Genau deshalb ist der frühe Zeitpunkt so wertvoll – Korrekturen sind jetzt viel leichter durchzusetzen als am Ende einer Trennung. Nimm dir für diese Prüfung bewusst Zeit und lies das Dokument in Ruhe zweimal: einmal auf den Gesamteindruck, einmal Satz für Satz auf die verräterischen kleinen Wörter. Was du jetzt im Guten geregelt bekommst, musst du später nicht mühsam erstreiten.

Was tun, wenn der Arbeitgeber das Zwischenzeugnis verweigert?

Zuerst prüfst du sachlich, ob dein Anlass wirklich triftig ist. Liegt ein anerkannter Grund vor, hast du ein durchsetzbares berechtigtes Interesse und der Arbeitgeber muss ausstellen. Reagiert er trotzdem nicht, schickst du eine zweite, deutlichere Aufforderung mit einer klaren Frist – sachlich formuliert, ohne Eskalation.

Bewegt sich dann immer noch nichts, kannst du dein Zwischenzeugnis notfalls vor dem Arbeitsgericht einklagen, wie beim Endzeugnis auch. In der Praxis kommt es dazu selten, weil kaum ein Arbeitgeber wegen eines Zwischenzeugnisses einen Prozess riskiert. Wenn ein Betriebsrat existiert, lohnt sich zudem ein kurzes Gespräch dort – er kann oft unbürokratisch vermitteln, bevor die Sache größer wird. In den allermeisten Fällen genügt aber schon die erste freundliche, gut begründete Anfrage, weil ein Zwischenzeugnis für den Arbeitgeber wenig Aufwand und keinerlei Risiko bedeutet.

Der schnellere Weg von Zeugnis zu Bewerbung

Sobald dein Zwischenzeugnis vorliegt, bist du sofort bewerbungsfähig – und genau dann zählt Tempo. Reoply nimmt dir den mühsamen Teil ab: Das Tool durchsucht Jobquellen wie die Bundesagentur für Arbeit, erstellt per KI für jede passende Stelle einen individuellen Lebenslauf samt Anschreiben, und du gibst jede Bewerbung einzeln frei, bevor sie rausgeht. Dein frisches Zwischenzeugnis legst du einfach mit in die Unterlagen. Die Suche ist kostenlos, das Bewerben kostet 19 Euro im Monat und ist monatlich kündbar.

Zum Schluss der wichtige Hinweis: Dieser Artikel gibt dir eine sorgfältig recherchierte Orientierung (Stand: Juli 2026), ersetzt aber keine Rechtsberatung. Wenn es bei dir konkret um viel geht – etwa eine verweigerte Ausstellung oder eine strittige Bewertung – lass deinen Fall von einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt für Arbeitsrecht prüfen.

Häufige Fragen

Habe ich Anspruch auf ein Zwischenzeugnis?

Einen gesetzlich festgeschriebenen Anspruch auf ein Zwischenzeugnis gibt es nicht. In Rechtsprechung und Praxis ist aber anerkannt, dass du bei einem triftigen Anlass ein berechtigtes Interesse hast – etwa bei einem Vorgesetztenwechsel, einer Umstrukturierung oder deiner eigenen Bewerbungsphase. In diesen Fällen muss der Arbeitgeber ein Zwischenzeugnis ausstellen.

Bei welchen Anlässen kann ich ein Zwischenzeugnis verlangen?

Anerkannte Anlässe sind ein Wechsel des Vorgesetzten, eine Umstrukturierung oder Betriebsübergang, ein interner Abteilungswechsel, der Beginn der Elternzeit, ein bevorstehender Ruhestand des Chefs, eine drohende betriebsbedingte Kündigung und deine eigene Bewerbung auf eine neue Stelle. Immer wenn sich an deiner Arbeitssituation etwas Wesentliches ändert, ist der Anlass in der Regel triftig genug.

Wie fordere ich ein Zwischenzeugnis richtig an?

Schriftlich, freundlich und mit dem Wort qualifiziert. Eine kurze E-Mail an die Personalabteilung oder deine Führungskraft reicht: Nenne den Anlass, bitte ausdrücklich um ein qualifiziertes Zwischenzeugnis und setze eine faire Frist von zwei bis drei Wochen. Ein dokumentierter Weg wie E-Mail ist wichtig, damit du die Anforderung später nachweisen kannst.

Was ist der Unterschied zwischen einfachem und qualifiziertem Zwischenzeugnis?

Ein einfaches Zwischenzeugnis nennt nur Art und Dauer deiner Tätigkeit. Für eine Bewerbung ist das fast wertlos. Das qualifizierte Zwischenzeugnis bewertet zusätzlich deine Leistung und dein Verhalten – genau das brauchst du. Fordere es deshalb immer ausdrücklich als qualifiziertes Zwischenzeugnis an, sonst darf dir der Arbeitgeber die Minimalversion geben.

Bindet ein Zwischenzeugnis das spätere Arbeitszeugnis?

Ja, und das ist sein größter Vorteil. Von der Bewertung im Zwischenzeugnis darf der Arbeitgeber im späteren Endzeugnis nur abweichen, wenn sich deine Leistung nachweislich wesentlich geändert hat. Du sicherst dir also eine gute Note, solange das Verhältnis noch intakt ist. Bei einer späteren Trennung im Streit schützt dich diese Bindungswirkung.

Merkt mein Arbeitgeber am Zwischenzeugnis, dass ich mich bewerbe?

Nicht zwingend. Du musst den Anlass nicht offenlegen und kannst neutrale Gründe nennen, etwa einen Vorgesetztenwechsel oder eine allgemeine Standortbestimmung. Zwischenzeugnisse werden aus vielen Gründen ausgestellt, deshalb ist die Anforderung allein kein eindeutiges Signal. Wähle im Zweifel einen sachlichen Anlass, der ohnehin gerade zutrifft.